Prinzipien und Regeln

Kurze Auswahl vorgeschlagener ethischer Prinzipien

Im folgenden ist eine kurze Auswahl hier vorgeschlagener ethischer Grundprinzipien angeführt, welche sich eine Sozietät oder ein Mensch beispielsweise zueigen machen kann. Wie bereits erwähnt, ist praktisch keines dieser Prinzipien neu, die meisten der genannten Prinzipien haben heute bereits breite Anerkennung gefunden. Noch hat die Aufzählung Anspruch auf Vollständigkeit.

Prinzipien der Gemeinschaft

  • Respekt vor der Würde jedes Lebewesens, insbesondere der Würde von Menschen.
    Dieser Grundsatz beinhaltet Grenzen des Schutzes von Lebewesen, die unbedingt zu wahren sind und deren Missachtung von der Gemeinschaft geahndet werden sollte bzw. deren Wahrung von der Gemeinschaft bewacht und geschützt werden sollte. Dies betrifft beispielsweise Körperverletzung, Beleidigung, Demütigung, Schutz der Privatsphäre und ähnliches.
    Darüber hinaus kann der Respekt vor der Würde jedes Lebewesens als gemeinschaftliche oder individuelle Zielsetzung weiterhin ausgebaut werden im Sinne beispielsweise eines höflichen Umgangs, der Vermeidung von Bevormundung oder der Wahrung einer als angenehm empfundenen Distanz, etc. Kulturell bedingt schützt die Gemeinschaft der Menschen die Würde von Menschen wesentlich stärker, als die von anderen Lebewesen, beispielsweise von Tieren. Es gibt jedoch keinen signifikanten Hinweis auf eine geringeres Schutzbedürfnis von Tieren oder Pflanzen. Auf der anderen Seite basiert das gesamte Leben auf der Erde mit sehr wenigen Ausnahmen darauf, dass Lebewesen einander zur Ernährung töten. Es erscheint vor diesem Hintergrund nahezu unmöglich, eine klare Gleichsetzung aller Lebewesen mit dem Menschen zu vollziehen. Jedoch sollte die Notwendigkeit der Ernährung mit dem geringstmöglichen Schaden und Schmerzen insbesondere für Tiere verbunden sein. Unnötige Mishandlung von Tieren sollte von der Gemeinschaft nicht toleriert werden.
  • Maximale Freiheit für alle Menschen und Lebewesen. Eine Einschränkung der Freiheit von Menschen und anderen Lebewesen wird ohne triftigen Grund von der Gemeinschaft nicht toleriert. Auf dem Planeten Erde mit begrenztem Raum und begrenzten anderen Ressourcen bedeutet jedoch die Wahrnehmung von Freiheiten durch Mitglieder der Gemeinschaft in vielen Fällen die Einschränkung der Freiheiten anderer Mitglieder. Daher schafft die Gemeinschaft Regeln, die jedem Mitglied grundlegende Freiheiten zusichern und die die Freiheiten ihrer Mitglieder dort begrenzen, wo dies die Freiheit anderer Mitglieder in besonderem Maße einschränken würde.
  • Die Mitglieder der Gemeinschaft fühlen sich in einem genauer zu kultivierendem Rahmen zur sozialen Kontrolle angehalten. Dabei besteht einerseits das Bewusstsein, dass die Einmischung in die Angelegenheiten anderer eine Grenzverletzung im Sinne des Respekts vor der Würde ist und im Sinne der Freiheitseingrenzung. Auf der anderen Seite ist soziale Kontrolle eines der wirksamstem Instrumente zur Beeinflussung des Verhaltens von Personen. So soll diese Kontrolle explizit da eingesetzt werden, wo eine massive Störung des friedlichen Zusammenlebens oder eine massive Verletzung der gesetzten Regeln vorliegt.
    Die Kontrolle kann in Stufen je nach Schwere und Zahl der Verstöße gegen die gesetzten Regeln bzw. des angerichteten Schadens ausgeübt werden. Auf der ersten Stufe reicht ein Hinweis auf den Verstoß durch beliebige Mitglieder der Gemeinschaft, welche den Verstoß erkennen. Auf den weiteren Stufen kann eine gemeinsame Besprechung in einer größeren Gruppe organisiert werden, in der der Regelbrecher zur Rede gestellt wird. Erst in späteren Stufen können echte Sanktionen erhoben werden. Priorität gegenüber der Maßregelung hat insbesondere die Unterbindung der Fortsetzung von Regelverstößen gegebenenfalls durch Entzug von Kompetenzen, die die Regelverstößé ermöglichten, wenn die betreffende Person die Regelverstöße durch Machtmisbrauch aus einer verantwortlichen Position heraus verübte.
    Wichtig ist, dass bei der Zur-Rede-Stellung Bewertungen vermieden werden und dass auf der ersten Stufe eine Bitte um Einhaltung der Regeln ausgesprochen wird, die in höflicher Form geäußert wird und die keinerlei Ablehnung der Person erkennen lässt (vergleichbar als wenn eine beliebige Person um einen Gefallen gebeten würde). Der zur Rede Stellende braucht im Gegenzug zur Legitimation kein besserer Mensch sein, der seltener gegen Regeln verstößt. Im Gegenteil wird von jedem Mitglied erwünscht, Regelverstöße anzusprechen, unabhängig von der jeweiligen "moralischen Integrität". Die Zivilcourage, Regelbrecher zur Rede zu stellen wird als Dienst an der Gemeinschaft erachtet und von ihren Mitgliedern "erwartet".
    Wichtig ist ferner, dass eine gegebenenfalls durchgeführte Sanktion nicht aus der Intention geschieht, eine höhere Gerechtigkeit zu bewirken oder Rache auszuüben. Die Begriffe "Gleichheit" und "Gerechtigkeit" bedeuten für die Gemeinschaft lediglich Gleichheit vor den gemeinschaftlichen Regeln und Gesetzen. Die sanktionierende Gemeinschaft erkennt in diesem Vorgang bewusst eine Grenzverletzung der Würde des Sanktionierten. Die Sanktion verfolgt ausschließlich den Zweck, den Sanktionierten zu einem gemeinnützlichen Verhalten zu erziehen und die Gemeinschaft oder einzelne Mitglieder vor einem gemeinschädlichen Verhalten zu schützen. Aufgrund des Bewusstseins für die Grenzverletzung gegenüber dem Sanktionierten bemüht sich die Gemeinschaft um höchsten Respekt gegenüber dem Sanktionierten und um Angemessenheit der Maßnahmen im Verhältnis zum gemeinschaftlichen Interesse.

Prinzipien für Individuen

  • Suche nach Vertrautheit zu den inneren Bedürfnissen, zum Kern der Persönlichkeit, der Seele; die Frage, ob eine innere Bestimmung oder Berufung vorliegt und worin diese bestehen könnte; Die Suche nach dem eigenen Weg.
  • Ehrfurcht vor der Schöpfung und Achtung vor der Seele des Universums bzw. dem Gott, der das Universum und die Menschen geschaffen hat.
  • Streben danach, ein Mensch zu sein, den man selbst mögen könnte, ein guter, schöner, gesunder, aktiver und zufriedener Mensch, der seiner Umgebung wertvoll ist und viel zu geben hat, so wie selbst Freude am Leben empfindet.
  • Streben nach Gesundheit, körperlich, psychisch bzw. seelisch; Achtsamkeit gegenüber der Psyche und gegenüber dem Körper; maßvolle und gesunde Ernährung; Sport und Bewegung; Psychische Hygiene (Vermeidung schlechter Medien wie Filme, Computerspiele, etc.) und Beschäftigung mit konstuktiven Dingen; Pflege von Freundschaften; Berufswahl im Einklang mit Bestimmung oder Vorlieben; Gewährung von Ruhepausen und Erholung, etc.
  • Streben nach einem friedlichen Umgang mit den Mitmenschen, Vermeidung von Spannungen und Konflikten, die Energie binden könnten, Suche nach Verbindungen, die Kraft und Unterstützung bieten, Freude im Geben und Nehmen.

Diese Liste ist bewusst kurz und unvollständig und soll nur exemplarisch mögliche Werte und Handlungsmaxime anführen.

Die Idee der kollektiven Eigennützlichkeit

Es liegt nahe, dass die Leser dieser Website überwiegend selber ein inneres Bedürfnis danach haben, sich zum Nutzen ihrer Umwelt einzubringen und die Welt in einer Weise zu gestalten, dass diese ein Ort wird, der den an ihm verweilenden Seelen und Wesen gut tut.
Es gibt vermutlich nur sehr wenige Menschen, die wirklich Freude daran finden, zu zerstören und anderen Wesen Leid zuzufügen. Aber es gibt sie.
Aber es gibt natürlich eine ganze Menge Menschen, die sich selber für so bedürftig halten oder die ihr eigenes Wohlergehen im vordergründigen Sinne so hoch bewerten, dass sie zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse gerne auch einen Schaden oder unnötigen Schaden für andere Wesen, insbesondere für Menschen in Kauf nehmen. Und dies sind nicht nur bedürftige Menschen, sondern oft auch Menschen, die wirtschaftlich gut ausgestattet sind.
Die überwiegende Mehrzahl der Menschen ist unabhängig von dieser Unterscheidung stark daran interessiert, Konflikte mit der Gemeinschaft zu vermeiden. Sie ist sehr anpassungswillig und wartet gerade zu darauf, dass ihr jemand sagt, wo es lang geht, was wahr und was falsch was gut und was schlecht ist und was sie zu tun hätten. Dies gilt nicht nur für einfache Arbeiter, sondern auch für Führungskräfte bis hin zu Managern und Politikern in höchsten Ämtern. Diese Menschen können zu rücksichtslosen Egoisten und Mördern mutieren, wenn sie von ihrer Umgebung, von Medien und von Autoritätspersonen dazu angeleitet werden. Aber sie können auch zu rücksichtsvollen und "verantwortungsvollen" Mitbürgern werden, wenn ihre Umgebung ihnen die entsprechenden Hilfen und Anweisungen an die Hand gibt.

Es wird aufmerksamen Bürgen spätestens seit Beginn des Jahres 2014 zunehmend sichtbar, in welchem Maße die Medien und damit letztendlich viele Strömungen und der kollektive Geist unserer westlichen Völker gesteuert werden von Mächten, die sich bislang vorwiegend verborgen gehalten haben. Dies mag zum gegenwärtigen Zeitpunkt der ein oder andere Leser eventuell noch für eine gewagte Aussage halten. Wichtig ist jedoch zu sehen, in welchem Maße die Menschen der westlichen Welt auf auf ein gewalttätiges Selbstverständnis hin erzogen werden. Die Qualität des Fernsehens hat in diesem Sinne besonders nach 9/11/2001 noch einmal stark abgenommen. Computerspiele mit einem nie dagewesenen Maß an Brutalität werden an Kinder vergeben. Die Kriege der letzten Jahrzehnte, die der Westen sehr offensiv mit dem Vorwand der Demokratisierung geführt hat, hinterließen ausnahmslos "Failed States", in denen Bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Und obwohl in der überwiegenden Zahl der Konflikte über die Zeit auch befeindete Gruppen vom Westen Waffen und andere Unterstützung erhalten hatten, stellen die Medien den jeweiligen erneuten Kriegseintritt als alternativlos dar. Vollkommen ungeniert erklären der Vertrag von Lissabon und das Weißbuch der Bundeswehr die Sicherung des freien Zugangs zu Ressourcen als offizielle Aufgabe der Militärs dar. Auch ist zu fragen, welche seelischen Auswirkungen die permanente Exposition der Bürger gegenüber fast ausschließlich weiblichen erotischen Darstellungen an jedem Bushäuschen und sonst über all haben. Peinliche Casting-Shows demonstrieren die Macht einer eitlen Jury und die Verachtung gegenüber echten Talenten und gegenüber eine sich frei entwickelnden Kultur. Die gesamte Kommunikation wertet die auf dem Arbeitsmarkt gescheiterten Menschen zu Taugenichtsen ab und im Chor mit den Pisa-Studien wird dem Bürger signalisiert, dass er selber gar nichts zu sagen hat, dass im besten Fall angepasste Streber, die nichts hinterfragen, zu einem bescheidenen mittelständischen Lebensstandard und zu etwas Glanz gelangen können.
Dies alles mit der Macht des Marktes zu erklären, greift hier zu kurz. Schließlich ist im Falle von Hollywood die vollständige Unterwanderung durch Scientology bekannt, ebenso wie die Konzentration der überwiegenden Zahl der übrigen Medien in sehr wenigen und sehr mächtigen Händen. Fälle von Entlassungen mutiger Journalisten häufen sich in den letzten Jahren. Embedded Journalismus wird zur Regel. Wer fragt, erhält keine Informationen. Wer nachplappert "bestimmt" die Meinung.
Es liegt nahe, dass die meisten Bürger einer konzertierten medialen Behandlung in diese Richtung keine ausreichend regulierende Kraft entgegenzusetzen haben. Wie bereits erwähnt kann kein Mensch aus sich heraus eine vollständige Kultur schaffen und so nehmen die meisten Bürger die wesentlichen Züge der sie umgebenden Kultur an.

Solche Vermutungen werden gerne als "Verschwörungstheoriern" bezeichnet und es sei jedem Leser überlassen, sie zu übernehmen oder als pure Phantasterei zu erachten. Der solchen Sichtweisen gegenüber kritisch eingestellte Leser möge bei den folgenden Gedanken an diese Stelle die bekannten Korruptions-Skandale stellen oder bekannte Fälle, bei denen Politiker ihrer Verantwortung nicht nachkommen und mit nicht legitimierten Interessenvertretern unter einer Decke stecken. Unabhängig von der Evidenz einzelner derartiger Vermutungen sei daher festgestellt, dass für den Fall, dass eben doch sehr wenige Menschen faktische Verantwortung selbst für die Geisteshaltung unserer Gesellschaft übernähmen, die Bürger dieser Gesellschaft dann in einem anderen Licht erscheinen würden. Kriege, Ungerechtigkeit und der so genannte "Egoismus" wären dann nicht mehr alleine Folge der "Schlechtigkeit der Menschheit", sondern Folge der mangelnden intellektuellen Widerstandskraft der Menschen gegen externe Einflüsse, insbesondere, wenn diese in großer Breite von verschiedensten Medien, Lehrern, Führungsfiguren und Prominenten vermittelt werden.
In der Folge wäre auch nicht nur, vielleicht nicht einmal vorrangig, die moralische Verbesserung der einzelnen Menschen der entscheidende Schlüssel zu einer Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern ein durchaus intellektuelles Bewusstsein und eine erhöhte Wachheit der Menschen für die Vorgänge in der Umgebung. Die soziale Kontrolle tritt an die Stelle eines Grundvertrauens in die gegebenen Strukturen, an die Stelle einer kindlichen Untätigkeit aus diesem Vertrauen heraus. Soziale Kontrolle meint an dieser Stelle weniger die spießbürgerliche Neugier gegenüber den Liebschaften oder Lebensgewohnheiten des Nachbarn, sondern das wache Interesse dafür, wenn in der Gesellschaft schweres Unrecht geschieht, wenn Menschen unsittliche Geschäfte tätigen, bei denen andere Menschen schwer geschädigt werden, wenn Politiker oder Medien ihrer Verantwortung für ein Land nicht nachkommen. Soziale Kontrolle kann jedoch bereits einsetzen, wenn es darum geht, Gewohnheiten anzusprechen und zu kritisieren, die sich auf breiter Ebene in der Bevölkerung etabliert haben, die aber die Basis unseres Lebens langfristig gefährden oder die an anderer Stelle zu großer Not führen.

Demnach wäre oder ist gerade diese Kritikfähigkeit, das eigenverantwortliche Handeln mutiger Bürger das bedeutendste, was die Welt im gegenwärtigen Zustand wieder auf eine gesündere Bahn zu einer hoffnungsvollen Zukunft führen kann. Die Welt befindet sich derzeit vermutlich an einem echten Scheideweg. Auf der einen Seite drohen vollkommene Abhängigkeit, Verblödung und seelische Selbstentfremdung, einhergehend mit materieller Not und Unterdrückung. Im günstigeren Fall jedoch schafft die Menschheit eine echte Befreiung und ein kollektives Bewusstsein und Verantwortungsbewusstsein in bislang noch nicht gekanntem Ausmaß. Dies ist aber nur möglich, wenn sich die Bürger über alles vorgekaute, über alle Konventionen und den Zeitgeist hinwegsetzen und all das heute übliche hinterfragen. Es macht keinen Sinn, alle kulturellen Errungenschaften und erworbenen Strukturen wegzuwerfen oder zu zerstören. Es reicht, mit Herz und Verstand immer wieder zu hinterfragen, welche gegenwärtigen Elemente unserer Kultur offensichtlich zu unserem Schaden sind, welche gegen sinnvolle ethische Prinzipien verstoßen. Bewusstsein ist an dieser Stelle nicht im esotherischen Sinne gemeint, sondern ganz weltlich im Sinne einer Geistesgegenwart, die erkennt, was erkennbar vor sich geht und wo Handlungsbedarf besteht.

Die landläufige Vorstellung von der Art des Menschen geht dahin, dass der Mensch an sich bereits eigennützig und hinreichend böse sei, so dass eine Verbesserung der Lebensumstände eigentlich einen besseren Menschen erfordere. Und dieser bessere Mensch wiederum bedürfte eine beispielsweise göttlichen Impulses durch einen neuen Heiland.
Es sei niemand daran gehindert, freudig auf das Erscheinen eines neuen Heilands zu warten. Es sei aber die Überzeugung geäußert, dass die Menschen bereits heute zu einer enormen positiven Kraft in der Lage seien, teilweise Kraft ihres Verstandes und ihrer Intention, die Realität zu erkennen und das ihnen naheliegende zu tun.
Es würde reichen, wenn wenige Menschen, insbesondere Menschen mit besonderer Kreativität und mit Fähigkeiten zum Erreichen und Führen von Mitmenschen, sich der Zielsetzung verschreiben, an einer besseren, glücklicheren und gesünderen Weltgemeinschaft mitzuwirken und wenn diese Menschen auf ihrem Weg eigenverantwortlich und wachsam gegenüber äußeren Einflüssen handeln und vermeiden, von gelenkten Strömungen in die Irre geleitet zu werden.

Es wurde auf dieser Homepage nach Möglichkeit vermieden, festzulegen, was ein Mensch grundsätzlich tun solle. Die Idee besteht vielmehr darin, dass die Menschen ein Bild von sich entwickeln, aus dem heraus ein Bedürfnis zum gemeinnützlichen, gesamtheitlich gesunden, zum "guten" Handeln erwächst.

Eine weitere Idee besteht darin, dass die hier vorgeschlagene Ethik den Menschen in genauer zu definierenden Bahnen eine soziale Kontrollfunktion zugesteht, sie gewissermaßen sogar erwartet, die unabhängig von der eigenen Integrität gemäß der Normen erfolgt.
Es ist zu beobachten, dass Menschen unabhängig von ihrer eigenen Integrität, sehr ergriffen sein können, wenn sie bei anderen Menschen ein gemeinschädliches Verhalten sehen. Der beobachtete Vorgang ist an sich auch nicht verwunderlich, da gemeinschädliches Verhalten im Allgemeinen alle schädigt, also auch beispielsweise Menschen, die selber "egoistisch" sind. Es liegt auf der Hand, dass in einer Gesellschaft mit stark ausgeprägtem sozial verantwortlichem und gemeinnützlichem Handeln alle profitieren und dass andersherum in einer Gesellschaft mit überwiegenden "egoistischem" Verhalten, welches auch bewusst den Schaden einzelner oder der Gemeinschaft inkauf nimmt, es allen Menschen schlechter geht, also auch den Menschen, die sich "egoistisch" verhalten.
Diese simple Einsicht sei daher die Grundlage dieser Ethik, die allen Menschen ein verhalten zugesteht, welches erkennbar bei den meisten Menschen bereits intuitiv angelegt ist, zu welchem sie ohnehin bereits neigen, sofern ihnen die gesellschaftliche Norm dieses nicht aberzieht:
Die Soziale Kontrolle, insbesondere gegenüber Personen mit Verantwortung und in bedeutenden Positionen.

Diese Idee besagt demnach, dass eine Entwicklung einer Gesellschaft zu mehr Gemeinnützlichkeit und gemeinsamer Verantwortung für jedes Gesellschaftsmitglied möglich sei, ohne dass diese Gesellschaft dem eigennützlichen Verhalten einzelner Personen absagt und ohne dass die Menschen jeweils nur daran arbeiten, selber zu besseren Menschen zu werden, sondern in dem die Menschen in einem erweiterten Sinn eigennützlich denken und handeln und in dem Sie in einem Sinne gemeinnützlich handeln, der auch Menschen leicht zugänglich ist, die sonst selber eher zu einer vordergründigen Eigennützlichkeit neigen, die nicht immer allen zugute käme. Die gedankliche Logik laute dann, dass diese von anderen aus dem Wunsch nach Gerechtigkeit sich selber gegenüber von anderen das erwarten, was die Gesellschaft auch von ihnen erwartet.

Glaubenssätze

Im folgenden seien einige Glaubenssätze aufgeführt. Diese Glaubenssätze sollen in keinem Fall als "Voraussetzung" zum "korrekten" Leben gemäß "Minimalreligion" betrachtet werden. Sie stellen eher Anregungen zur inneren Einstellung und zur Einschätzung von nicht verifizierbaren Fragen dar. Es sei ohnehin jedermann frei überlassen, auch in diesen Fragen etwas anderes zu glauben. Es sei insbesondere im Rahmen der oben nur kurz skizzierten ethischen Normen von keinem Menschen erwartet, etwas zu glauben.

  • Das Handeln eines Menschen wirkt auf seine Seele und seine Psyche.
  • Seelisches Wohlergehen oder seelisches Leiden müssen zwar nicht bewusst als solche wahrgenommen werden, da über den Intellekt und die Psyche durch viele andere Botschaften und Bewertungen des eigenen Zustands die seelischen Empfindungen überlagert und übertönt werden. Die Verfassung der Seele wird gleichwohl unmittelbar wahrgenommen und das Wohlergehen oder Leiden der Seele stellen auch unmittelbar im Leben ein Wohlergehen oder Leiden eines Menschen in seiner Gesamtheit dar.
    Es ist durchaus möglich, dass ein Mensch seelisch und somit in seiner Gesamtheit leidet, obwohl er vordergründig vermeint, glücklich oder erfolgreich zu sein und in seltenen Fällen sogar andersherum, dass Menschen vordergründig viel Pech erleben oder starke negative Gefühle durchmachen, aber gleichzeitig seelisch in sich ruhen und ganzheitlich glücklich oder gesund sind. Ein seelischer Schaden wird somit nicht auf ein Leben nach dem Tod verlagert bzw. ein seelisch gesundes Leben wird nicht erst nach dem physischen Leben entlohnt, sondern die seelische Befindlichkeit wird bereits im Hier und Jetzt wahrgenommen, unbewusst oder bei guter Wahrnehmungsfähigkeit auch bewusst. Das schließt nicht aus, dass die seelische Befindlichkeit auch über das physische Leben hinaus in einer wie auch immer gearteten Weise weiter wirkt, sei es ein späteres Leben, sei es ein Leben nach dem Tod, oder sei es im Leben einzelner oder aller Nachfahren und Verwandten oder Freunde.
  • Ein "gutes" Leben, in dem ein Mensch einen guten Ausgleich zwischen eigenen Interessen und der Verantwortung für das Leben anderer Menschen findet, in dem ein Mensch gegebenenfalls seine Bestimmung erkennt und nach Möglichkeiten lebt, in dem dieser Mensch in einem liebevollen Austausch mit seinen Angehörigen und "seinen Nächsten" pflegt, wirkt günstig auf die seelische Gesundheit dieses Menschen. Ein Leben, in dem dieser Mensch andere bewusst schädigt, zu deren Nachteil ungerecht "ausnützt", minderwertige Medien konsumiert und sich mit schlechten Dingen beschäftigt, führt zu einer seelischen Unausgeglichenheit und zu einem tiefen inneren Unglück dieses Menschen.
  • Die Seele des Universums ist niemals Partei gegenüber Geistern, Wesen und Menschen oder Menschengruppen. Sie belohnt und bestraft nicht. Es sind die Menschen selber, die sich belohnen oder bestrafen, in der Art, wie sie mit sich und ihrer Seele umgehen oder wie sie sich im Leben verhalten.
    Die Seele des Universums steht nicht in Feindschaft zu Geistern, "Engeln" oder anderen Geschöpfen. Sie kennt keinen "Gegen-Geist", zu dem sie in Opposition steht (dies ergibt sich bereits aus der umfassenden Definition der Seele des Universums).
  • Eine glückliche, gerechte und nachhaltig lebende Gesellschaft erfordert nicht zwingend "bessere" Menschen und weniger "Egoisten", sondern es leben genügend "gute", engagierte und motivierte Menschen auf der Erde, um diese oder einzelne Gesellschaften zu einem glücklicheren Miteinander zu entwickeln.
    Vielmehr ist zur Verbesserung des Miteinander eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber Machtmisbrauch durch Volksvertreter und andere Menschen mit bedeutenden Rollen in der Gesellschaft erforderlich. Hierfür ist zumindest in einer engagierten Elite der Bürger eine bedingungslose Offenheit gegenüber der Realität erforderlich (keine Denkverbote und tabuisierte Bereiche zu behandelnder Realitäten), ein eigenverantwortliches Handeln, Unbeirrbarkeit gegenüber Versuchen für fehlgeleitete Handlungsmuster so wie eine Entschlossenheit, Führung und Verantwortung für die Veränderung der Gesellschaft zu übernehmen.
    Die Menschen, die für eine derartige Veränderung erforderlich wären, leben bereits in den Gesellschaften. Die Kultur und die gesellschaftlichen "Techniken" zur Übernahme von Verantwortung müssen erst entwickelt und verbreitet werden. Die betreffenden Personen werden, sobald sie die Wirksamkeit dieser "Techniken" und Verhaltensweisen erkennen, diese begierig übernehmen und weiter verbreiten, da sie ihnen zur Umsetzung der von ihnen dringlichst ersehnten Veränderungen dienen können.

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Veröffentlichung am: 24.06.2014
Letzte Änderung: 24.06.2014
Ulrich Sommer