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Die SeeleBildlich gesprochen: Ist der Sinn des Lebens von der Existenz Gottes abhängig?Worin besteht der Sinn des Lebens? Ist die Antwort abhängig von der Existenz Gottes? Worin sollte der Sinn des Lebens bestehen, wenn Gott nicht existiert? Würden in diesem Fall die Vertreter der "Spassgeneration" und Erfolgssüchtige, die Befriedigung durch Anerkennung erreichen, vernünftiger leben, als Gläubige, die ein "entbehrungsreiches Leben" zu leben scheinen? Diese Frage ist mit Sicherheit von großer Bedeutung. Sie kann jedoch an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Die folgenden Feststellungen zu dieser Frage hingegen sind unberührt davon, ob "Gott" und "Seele" eine transzendente Realität sind, oder eine "Erfindung" ohne reelle Entsprechung. FremdbestimmungDie Selbstverständlichkeit, mit der viele Menschen Dinge "Reichtum", "Sozialprestige", "Macht", etc. als primäre Lebensziele verfolgen zeugt von einem geringen Verständnis dessen, was für deren Person bedeutsam ist, denn die genannten Güter haben zunächst noch keinen unmittelbaren eigenen Wert, sondern sind lediglich Mittel, um Werte zu schaffen. Geld zum Beispiel ist prinzipiell ein Gut von immensem Wert, denn es lässt sich wandeln in Lebenszeit, die dafür gegeben wird, es lässt sich wandeln in Nahrungsmittel, in überlebensnotwendigen Wohnraum und so weiter. Solange jedoch kein Mangel an lebensnotwendigen oder lebenserleichternden Dingen besteht, erhöht das Vorhandensein von Geld nicht die Lebensqualität. Man kann es "nicht ins Grab mitnehmen" (kann man schon, bringt aber wenig). Ebenso ist es mit dem Sozialprestige oder der Macht. Hinter dem Streben nach den drei Dingen steht vermutlich überwiegend der Wusch geliebt zu werden, der Wunsch, unserer Angst vor dem Leben mit eigener Macht zu begegnen, die Dinge in den Griff zu bekommen, oder der Wunsch, durch Macht Gott nahe zu sein, göttlich zu sein. Liebe ist jedoch nicht alleine das Streben der Menschen zueinander, sondern auch das Gewähren von Freiheiten innerhalb einer Beziehung. Das Kind, das immer geknutscht wird, solange es brav ist, aber keine Freiheiten erhält, sich auszuleben, erfährt in dieser Beziehung nur wenig Liebe. Das Kind, das sich in seiner Freiheit einschränkt, um die Beziehung zu erhalten, hat im "Erfolgsfall" nicht allzuviel gewonnen, denn die Eltern lieben es im Zweifel nicht so wie es ist, sondern so, wie sie es sehen wollen. Wie diesem Kind ergeht es vielen Menschen der "Spassgeneration" oder ehrgeizigen Workaholics. Im Erfolgsfall können sie viele Menschen auf eine Party einladen oder einen großen Prozentsatz der gegengeschlechtlichen Bevölkerung potentiell verführen. Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass die zu gewinnenden Menschen die Persönlichkeit in ihrer Einzigartigkeit erkannt haben und schätzen und dass sie den erfolgreichen Menschen wirkliche Freiheit gönnen. Wahrscheinlicher ist, dass die Verehrer der Erfolgreichen sich einen eigenen Vorteil erhoffen oder von deren Glanz ein bisschen etwas abbekommen wollen. Somit ist die Beständigkeit oder Verlässlichkeit von Beziehungen vermutlich nicht höher, als bei stilleren Menschen mit vielleicht wenigeren Freunden. Ein bekanntes Sprichwort bringt es auf den Punkt: "Von Geld, das wir nicht haben kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Menschen zu imponieren, die wir nicht Schätzen". Menschen, die Ihr Streben mit derartigen mittelbaren Werten definieren und die nicht in der Lage sind, auszudrücken, was ihre Wünsche und Sehnsüchte sind, wirken nicht selten nach außen sehr selbstsicher und haben gelernt zu strahlen. Aber diese Personen selbst bei erfolgreicher Ansammlung von Macht und Geld als glücklich zu betrachten, könnte eine Fehleinschätzung sein. In der Tat wurden viele dieser Personen zu Werkzeugen anderer Personen, die sich eventuell ebenfalls nicht über ihre unmittelbaren oder "tieferen" Ziele im klaren sind. Die erfolgreiche Verbreitung von Fremdbestimmung kann aus meiner Sicht nicht als Erfolg im eigentlichen Sinne gewertet werden. ZieleAber was sind denn die eigenen Ziele, wenn wir keinen tieferen Sinn des Lebens unterstellen? Kennen Sie Ziele in Ihrem Leben, die nicht mittelbar, sondern unmittelbar sind? Ziele, die Ihren eigentlichen Wünschen entsprechen? Das Finden unserer Ziele und Bedürfnisse ist eine der wichtigsten und vielleicht auch eine der schwierigsten Aufgaben im Leben. Was weist den Weg zu unseren Wünschen? Was bleibt, wenn wir uns dem "Lärm" aus Reizen, Erwartungen und vermeintlichen Bedürfnissen, der uns permanent umgibt, entziehen, ist eine große Leere und Stille! Beobachtung und Wahrnehmung. Meditation. Bin ich mehr, als ein Bündel von Biochemischen Reaktionen, das auf Hunger mit Nahrungssuche und auf sexuelle Reize mit Paarungstrieb reagiert? Was ist es in mir, das Freude empfinden kann und das Wünsche hervorbringen kann? Es ist vielleicht nicht von finaler Bedeutung, ob wir den Kern unserer Persönlichkeit als transzendente "metaphysische" Seele definieren. Nach den bisherigen Überlegungen lässt sich, denke ich, sagen, dass es nicht sehr leicht ist, zum Kern unserer Persönlichkeit vorzudringen. Schon die "einfachste Übung", zu benennen, was wir wollen, geht nicht einfach von der Hand. Gewiss mag es viele Menschen geben, die von sich sagen, sie wissen immer was sie wollen. Aber kennen Sich nicht die Leere am ersten Weihnachtsfeiertag, die Enttäuschung, dass keine Geschenke mehr auszupacken sind und die Ratlosigkeit, wofür die Geschenke nun gut sind? Die Momente, in denen scheinbar nichts fehlt und in denen tiefste Verzweiflung sich breit macht. Verstehen Sie ihre Emotionen immer? Haben Sie es nicht auch schon erlebt, dass an einem Tag alles schief geht und auf einmal ein Gefühl größten Vertrauens in das Leben, ein Gefühl von Glückseligkeit entsteht? Wenn wir es recht überlegen, gibt es einen Kern in unserer Persönlichkeit, mit dem in Kontakt zu kommen schwieriger zu sein scheint, als eine Audienz beim Kaiser in China zu bekommen, weil seine Sprache nicht die deutsche ist, weil seine Wahrnehmungen nicht den Kategorien von Tasten, Hören, Riechen, Sehen, etc. entsprechen und weil die anderen physischen Sinne zu jeder Zeit gleichzeitig heftige Reize senden können (Zu diesen Reizen gehören auch die Forderungen anderer an uns) und weil auch unsere Psyche permanent Gefühle mitteilt, die nicht als Botschaften dieses Kerns verstanden werden dürfen, sondern als Reaktion auf Reize der Umwelt und als Denkprozesse. Die Seele hingegen ist ein Kern, den wir gleichzeitig still in jedem Moment unmittelbarer wahrnehmen als jede physische Wahrnehmung über unsere Sinnesorgane, weil er das ist, was unsere individuelle Persönlichkeit stärker definiert, als alles, was wir mit unseren Wahrnehmungsorganen wahrnehmen können. Wenn Sie mit mir in diesen grundlegenden Erfahrungen übereinstimmen, ist dann die Definition dieses Kerns als transzendente Seele oder als wissenschaftlichem Forschen zugängliche Psyche noch von Bedeutung. Ist diese Definition wichtiger, als das wache Erleben dieses Kerns? Könnten wir unsere tiefen Empfindungen durch Wissenschaft oder durch metaphysische Modelle schlüssig erklären, voraussagen und verstehen, wäre es wichtig. Nach meiner Erfahrung fühlt sich aber gerade dieser Kern besser verstanden, wenn wir auf ihn einfach hören, seinen Regungen einfach einen gewissen Respekt entgegenbringen, unabhängig von unserem Verstehen. Diese tiefen Empfindungen haben etwas unbedingtes, übermächtiges. Können wir diese Empfindungen wahrnehmen und uns nach diesen richten, können wir im eigentlichen Sinne erfolgreich werden, unsere tiefen Wünsche in die Realität umsetzen und nicht die Erwartungen anderer. "Erfolg"Erfolg und Misserfolg der Motivationsgurus"Du willst es, Du kannst es, Du schaffst es"
Erfolg und Misserfolg des Gebetes
Im Prinzip geht es beim Beten zunächst ähnlich zu. Aber durch das Zwiegespräch zum Beispiel mit einem christlichen "guten" Gott (egal, ob dieser existiert und zuhört, oder ob es eine Phantasie ist) stellen wir diese Wünsche in einen größeren Zusammenhang und in Verbindung mit seelischer Gesundheit, weil das bildhafte Wort "Gott" auf einer tieferen Ebene wirkt, als die Idee vom "oberflächlichen" Erfolg. Dadurch werden Ziele automatisch auf deren tiefere Bedeutung hinterfragt. Eine Übereinstimmung mit den Bedürfnissen der Seele wird somit wahrscheinlicher. Aber noch nicht sicher. Ich kenne viele Christen, die Gott um alle möglichen Dinge bitten, wie gute Schulnoten, Glück in der Prüfung und auch um Reichtum. Das sind alles gute Dinge und Gott mag sie dem Betenden gönnen. Die Meditation als "Wegweiser" zum ErfolgAus dem bisher gesagten folgt, dass die Größte Barriere auf dem "Weg zum Erfolg" nicht in den Grenzen unserer Macht liegt, sondern im mangelnden Verständnis unserer tiefsten Wünsche. Wie soll ein Mensch denn zum Glück finden, wenn er nicht weiß, was er im innersten will, wenn er seine Seele nicht verstehen kann? Meditation ist eine Methode, den "Lärm", der die Stimme unserer Seele übertönt, beiseite zu schieben. Beten ist eine Form der Meditation. Die buddhistische Meditation eine andere. Sie spricht nicht einen Gott an, sondern konzentriert sich alleine darauf, den "Lärm" "abzuschalten". Das Ziel ist Leere, die das Buddhistentum als absolutes Lebensziel betrachtet. Mir liegt es am nächsten, die Meditation zu nutzen, um zu meinem Kern zu finden. Dazu nutze ich gerne eine Meditation, die ich auch unter Meditation beschrieben habe. Experimente wie "Astralreisen" meine ich damit explizit nicht. Diese dienen mit Sicherheit nicht zum Finden eines Kontakts zur eigenen Seele. Der "Erfolg" dessen, der seine Bedürfnisse kenntWährend die "Jünger" der Motivationsgurus Gefahr laufen, gegen sich selber zu kämpfen (teilweise mit "Erfolg"), gewinnt derjenige, der seine Ziele kennt, eine unbändige Stärke, wenn er sie bewusst verfolgt. Alle inneren Kräfte sind gleichgerichtet. Allgemeingültige Ziele oder Werte
Leider haben nur wenige Menschen (ich auch nicht) bislang in einer Weise mit Ihrer Seele kommuniziert, die ihnen Sicherheit über ihre Ziele gibt. Daher will ich zuletzt noch Mutmaßungen über allgemeingültige Werte anstellen. Christus hat gesagt: "Was ihr dem geringsten meiner Brder tut, das habt ihr mir getan" Ich denke, das könnte in selber Weise auch für unsere Seele gelten. Nicht selten habe ich erlebt, dass Menschen, die sehr hart zu anderen sind, dies auch zu sich selber sind. Ich vermute, dass Rücksichtslosigkeit auf Kosten anderer nicht alleine zum Schaden anderer ist, sondern massiv auch zum Schaden der eigenen Seele.
Fazit?Warum versuche ich, die Existenz der Seele durch unsere Erfahrung zu bestätigen? Ich halte Eigenverantwortung auch im Glauben für eine bedeutungsvolle Tatsache. Nicht, dass wir uns über Gott erheben können. Aber auch die Bibel will verstanden werden und auch darüber hinaus müssen wir mit unserem eigenen Urteilsvermögen entscheiden, wo wir zuhause sind und wo wir es mit Quacksalbern zutun haben. Auch die Entscheidung für das Christentum kann mit dem Lesen eines Buches, das sich als Stimme Gottes ausgibt nicht begründen. Da können auch Eltern und Geistliche uns die Entscheidung nicht abnehmen, denn Gott selber haben nur wenige von uns unmittelbar sprechen gehört. Wir müssen selber die Relevanz des geschriebenen entscheiden. Wir sind heute einer Vielzahl von falschen Botschaften ausgesetzt. Auch deshalb ist der Bezug zu einer Quelle von Weisheit (der Bezug zur eigenen Seele und über die Seele der Bezug zu Gott) hilfreich. Anleitung zu einer einfachen MeditationLegen Sie sich auf eine nicht zu weiche Matratze auf den Rücken ohne Kopfkissen. Die Beine ausgestreckt (nach Möglichkeit nicht durchgestreckt) und die Arme an der Seite oder auf dem Bauch knapp unterhalb des Nabels gefaltet. Beobachten Sie, an welchen Stellen die Wirbelsäule am schwersten auf der Matratze liegt. Versuchen Sie durch sanfte Kraft die Wirbelsäule an den Stellen, an denen sie am höchsten liegt, zur Matratze zu drücken. Dabei können Sie die Muskeln am Gesäß anspannen und die Muskeln an den Schulterblättern, wodurch sich die Brust ein wenig erhebt. Dies entspräche einer Aufrechten Haltung, bei der Energie am Besten durch den Körper strömen kann. Vielleicht fühlen Sie es. Lassen Sie die leichte Anspannung langsam wieder los. Wenn Sie jetzt angenehm und locker liegen, fragen Sie im Folgenden der Reihe nach den Ganzen Körper, wie er sich fühlt. Sind irgendwo Verspannungen, ein lokaler Schmerz, ein Drücken, eine Bedrückung, eine Spannung (Zuckungen sind erlaubt, wenn sie sich von selbst ergeben)? Von unten nach oben: Zehen, Füße, Waden, Knie, Oberschenkel, Wirbelsäule, Becken, Bauch, Zwerchfell, Brust, Oberarme, Unterarme, Hände, Hals Kopf, Gesicht und weitere Körperteile, wenn Sie diese wahrnehmen. Atmen Sie tief in den Bauch? Ganz besonders tief und ruhig oder flach und eng? Diese einfache Meditation führt am Abend zu besserem Schlaf, am nächsten Tag zu mehr Ausgeglichenheit und sie schafft mehr Abstand zu den Dingen, die sonst sooo wichtig erscheinen. Sie schafft eine Verbindung zu Ihrer Mitte, zum Leben und vielleicht eine gewisse Nähe zu Gott. Wenn Sie wollen, können Sie dies ohne es direkt zu sagen zum Thema der "Reise" machen. Nächste Seite: "Fata Morgana" |