Die Seele

Bildlich gesprochen:
Ich sitze in eine Besprechung, hänge mit meinen Augen an den Lippen der anderen und bin vollkommen auf die Wirkung meiner Person und meiner Worte Bedacht.
Die Seele könnte der Teil meiner Person sein, der in diesem Moment zusätzlich wahrnimmt, dass der blaue Fleck, den ich mir gestern geholt habe, immer noch schmerzt, dass ich Hunger oder ein anderes Bedürfnis habe. Die Seele könnte der Teil meiner Person sein, der sich erinnert, warum ich in letzter Konsequenz in dieser Besprechung sitze. Um mich zu ernähren, um geliebt zu werden, weil der Inhalt der Besprechung einem tiefen Anliegen meiner Seele entspricht, oder weil ich Erwartungen anderer entsprechen und die Verantwortung für mein Tun nicht selber übernehmen will, oder...?

Worin besteht der Sinn des Lebens? Ist die Antwort abhängig von der Existenz Gottes in der Form eines Geistwesens? Worin sollte der Sinn des Lebens bestehen, wenn Gott nicht nicht in dieser beschriebenen Form existieren würde? Würden in diesem Fall die Vertreter der "Spassgeneration" und Erfolgssüchtige, die Befriedigung durch Anerkennung erreichen, vernünftiger leben, als Gläubige, die ein "entbehrungsreiches Leben" zu leben scheinen? Diese Frage ist mit Sicherheit von großer Bedeutung. Sie kann jedoch an dieser Stelle nicht beantwortet werden und ein entsprechender Versuch soll nicht gemacht werden. Die folgenden Feststellungen zu dieser Frage hingegen sind unberührt davon, ob "Gott" und "Seele" eine transzendente Realität sind, oder im "einfachsten" Fall eine so "banale" Realität wie die Existenz des Universums an sich und die Existenz eines relativ frei definierten Kerns einer Persönlichkeit?

Fremdbestimmung

Die Selbstverständlichkeit, mit der viele Menschen Dinge wie "Reichtum", "Sozialprestige", "Macht", etc. als primäre Lebensziele verfolgen, zeugt von einem geringen Verständnis dessen, was für deren Person bedeutsam ist, denn die genannten Güter haben zunächst noch keinen unmittelbaren eigenen Wert, sondern sind lediglich Mittel, um Werte zu schaffen. Geld zum Beispiel ist prinzipiell ein Gut von immensem Wert, denn es lässt sich wandeln in Lebenszeit, die dafür gegeben wird, es lässt sich wandeln in Nahrungsmittel, in überlebensnotwendigen Wohnraum und so weiter. Solange jedoch kein Mangel an lebensnotwendigen oder lebenserleichternden Dingen besteht, erhöht das Vorhandensein von Geld nicht die Lebensqualität. Man kann es "nicht ins Grab mitnehmen" (kann man schon, bringt aber wenig). Ebenso ist es mit dem Sozialprestige oder der Macht. Hinter dem Streben nach den drei Dingen steht vermutlich überwiegend der Wusch geliebt zu werden, der Wunsch, unserer Angst vor dem Leben mit eigener Macht zu begegnen, die Dinge in den Griff zu bekommen, oder der Wunsch, durch Macht "Gott nahe zu sein", "göttlich zu sein", wie auch vielfach angeführt wird. Liebe ist jedoch nicht alleine das Streben der Menschen zueinander, sondern auch das Gewähren von Freiheiten innerhalb einer Beziehung. Das Kind, das immer geknutscht wird, solange es brav ist, aber keine Freiheiten erhält, sich auszuleben, erfährt in dieser Beziehung nur wenig Liebe. Das Kind, das sich in seiner Freiheit einschränkt, um die Beziehung zu erhalten, hat im "Erfolgsfall" nicht allzuviel gewonnen, denn die Eltern lieben es im Zweifel nicht so wie es ist, sondern so, wie sie es sehen wollen.

Wie diesem Kind ergeht es vielen Menschen der "Spassgeneration" oder ehrgeizigen Workaholics. Im Erfolgsfall können sie viele Menschen auf eine Party einladen oder einen großen Prozentsatz der gegengeschlechtlichen Bevölkerung potentiell verführen. Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass die zu gewinnenden Menschen die Persönlichkeit in ihrer Einzigartigkeit erkannt haben und schätzen und dass sie den erfolgreichen Menschen wirkliche Freiheit gönnen. Wahrscheinlicher ist, dass die Verehrer der Erfolgreichen sich einen eigenen Vorteil erhoffen oder von deren Glanz ein bisschen etwas abbekommen wollen. Somit ist die Beständigkeit oder Verlässlichkeit von Beziehungen vermutlich nicht höher, als bei stilleren Menschen mit vielleicht wenigeren Freunden. Ein bekanntes Sprichwort bringt es auf den Punkt: "Von Geld, das wir nicht haben kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Menschen zu imponieren, die wir nicht Schätzen". Menschen, die Ihr Streben mit derartigen mittelbaren Werten definieren und die nicht in der Lage sind, auszudrücken, was ihre Wünsche und Sehnsüchte sind, wirken nicht selten nach außen sehr selbstsicher und haben gelernt zu strahlen. Aber diese Personen selbst bei erfolgreicher Ansammlung von Macht und Geld als glücklich zu betrachten, könnte eine Fehleinschätzung sein. In der Tat wurden viele dieser Personen zu Werkzeugen anderer Personen, die sich eventuell ebenfalls nicht über ihre unmittelbaren oder "tieferen" Ziele im klaren sind.

Die erfolgreiche Verbreitung von Fremdbestimmung kann aus meiner Sicht nicht als Erfolg im eigentlichen Sinne gewertet werden.

Ziele

Aber was sind denn die eigenen Ziele, wenn wir uns an dieser Stelle außerstande erklären, einen allgemeingültigen tieferen Sinn des Lebens zu benennen? Kennen Sie Ziele in Ihrem Leben, die nicht mittelbar, sondern unmittelbar sind? Ziele, die Ihren eigentlichen Wünschen entsprechen? Ziele, die aus dem Kern Ihrer Persönlichkeit entspringen?

Das Finden unserer Ziele und Bedürfnisse ist eine der wichtigsten und vielleicht auch eine der schwierigsten Aufgaben im Leben.

Was weist den Weg zu unseren Wünschen?
Unter Anderem: Meditation; Die Erinnerung an die Träume der Kindheit; Die Beobachtung, bei welchen Tätigkeiten oder Vorstellungen ein Wohlgefühl entsteht, welches den gesamten Körper erfasst; Die Aussonderung von den Dingen, die momentan so wichtig zu sein scheinen, obwohl Sie kein Interesse daran haben; Der Mut, all das einmal wegzuschieben, was uns in unserem Leben als wichtig vermittelt wurde.

Was bleibt, wenn wir uns dem "Lärm" aus Reizen, Erwartungen und vermeintlichen Bedürfnissen, der uns permanent umgibt, entziehen, ist eine große Leere und Stille! Beobachtung und Wahrnehmung. Meditation.

Bin ich mehr, als ein Bündel von Biochemischen Reaktionen, das auf Hunger mit Nahrungssuche und auf sexuelle Reize mit Paarungstrieb reagiert? Was ist es in mir, das Freude empfinden kann und das Wünsche hervorbringen kann?

Es ist vielleicht nicht von finaler Bedeutung, ob wir den Kern unserer Persönlichkeit als transzendente "metaphysische" Seele definieren. Nach den bisherigen Überlegungen lässt sich vielleicht sagen, dass es nicht sehr leicht ist, zum Kern unserer Persönlichkeit vorzudringen. Schon die "einfachste Übung", zu benennen, was wir wollen, geht nicht einfach von der Hand. Gewiss mag es viele Menschen geben, die von sich sagen, sie wissen immer was sie wollen. Aber kennen Sie nicht die Leere am ersten Weihnachtsfeiertag, die Enttäuschung, dass keine Geschenke mehr auszupacken sind und die Ratlosigkeit, wofür die Geschenke nun gut sind? Die Momente, in denen scheinbar nichts fehlt und in denen tiefste Verzweiflung sich breit macht. Verstehen Sie ihre Emotionen immer? Haben Sie es nicht auch schon erlebt, dass an einem Tag alles schief geht und auf einmal ein Gefühl größten Vertrauens in das Leben, ein Gefühl von Glückseligkeit entsteht?

Wenn wir es recht überlegen, gibt es einen Kern in unserer Persönlichkeit, mit dem in Kontakt zu kommen schwieriger zu sein scheint, als eine Audienz beim Kaiser in China zu bekommen, weil seine Sprache nicht die deutsche (oder eine beliebige Sprache, die wir verstehen) ist, weil seine Wahrnehmungen nicht den Kategorien von Tasten, Hören, Riechen, Sehen, etc. entsprechen und weil die anderen physischen Sinne zu jeder Zeit gleichzeitig heftige Reize senden können (Zu diesen Reizen gehören auch die Forderungen anderer an uns) und weil auch unsere Psyche permanent Gefühle mitteilt, die nicht als Botschaften dieses Kerns verstanden werden dürfen, sondern als Reaktion auf Reize der Umwelt und als Denkprozesse.

Die Seele hingegen ist ein Kern, den wir gleichzeitig still in jedem Moment unmittelbarer wahrnehmen als jede physische Wahrnehmung über unsere Sinnesorgane, weil er das ist, was unsere individuelle Persönlichkeit stärker definiert, als alles, was wir mit unseren Wahrnehmungsorganen wahrnehmen können. Vielleicht ist die Seele sogar unmittelbar als unser Bewusstsein erlebbar. Und dennoch spricht sie nicht unsere Muttersprache und wir verstehen sie nur selten wirklich deutlich.

Wenn Sie in diesen grundlegenden Erfahrungen übereinstimmen, ist dann die Definition dieses Kerns als transzendente Seele oder als wissenschaftlichem Forschen zugängliche Psyche noch von Bedeutung? Ist diese Definition wichtiger, als das wache Erleben dieses Kerns? Könnten wir unsere tiefen Empfindungen durch Wissenschaft oder durch metaphysische Modelle schlüssig erklären, voraussagen und verstehen, wäre es wichtig. In der Regel fühlt sich aber gerade dieser Kern besser verstanden, wenn wir auf ihn einfach hören, seinen Regungen einfach einen gewissen Respekt entgegenbringen, unabhängig von unserem Verstehen. Diese tiefen Empfindungen haben etwas unbedingtes, übermächtiges. Können wir diese Empfindungen wahrnehmen und uns nach diesen richten, können wir im eigentlichen Sinne erfolgreich werden, unsere tiefen Wünsche in die Realität umsetzen und nicht die Erwartungen anderer.

"Erfolg"

"Du willst es, Du kannst es, Du schaffst es"
Das ist vielleicht die Kernbotschaft der vielfältigen Motivationsgurus. Die Methode ist teilweise die selbe, wie beim Beten:
Wie selbstverständlich nehmen viele an, jeder wolle beispielsweise reich werden, "Erfolg" haben (was immer das auch sei) und alle andersgeschlechtlichen Menschen sollten ihm zu Füßen liegen. Aus dem oben Gesagtem folgt jedoch, dass diese Ziele nicht primär in unserer Person verankert sind. So ist es verständlich, dass wir solche Ziele nicht mit vereinten Kräften verfolgen, solange wir sie nicht mit der entsprechenden Priorität versehen haben. Dies wiederum ist die Methode der Motivationstrainer. Durch ein Ritual wird die Priorität bestimmter Ziele erhöht. Die Schwachstelle liegt in der Auswahl der Ziele, denn diese müssen, wie wir gesehen haben nicht unseren eigentlichen Wünschen entsprechen. Märchen mit drei offen Wünschen erzählen viel davon, wie Menschen, denen ohne Grenzen beliebige Wünsche erfüllt werden, sich ins Unglück wünschen. Teilweise stehen die mit erworbenem Geld befriedigten Wünsche auch im Widerspruch zu den Bedürfnissen des Kerns. Mangelnde Distanz zu den Erwartungen anderer beispielsweise, z.B. der eigenen Eltern lassen uns für diese arbeiten. Wie viele Märchen erzählen uns von den drei Schwestern oder Brüdern, von denen ein Kind mutig und unverzagt seinem inneren Weg folgt und nach langen Abenteuern ein Königreich gewinnt, während die anderen, nach der Liebe der Eltern suchend, auf einem Weg der Berechnung und der Suche nach Reichtum im Mittelmaß enden, oder schlimmer.
Erfolgstrainer können helfen, definierte Ziele zu erreichen. Aber sie helfen oft nicht in angemessenem Maße dabei, die richtigen Ziele zu finden. Sie sind gewissermaßen die Diener, die uns sagen, wie wir unsere "drei Wünsche" mit viel Mühe erfüllen können. Aber sie beraten uns nicht, was wir wünschen könnten, damit unsere Seele Genugtuung findet. Wer hingegen weiß, wonach die Seele dürstet, der wird keine komplexen Rituale benötigen, um sich auf vorgegebene Ziele zu programmieren. Wer seine Bestimmung kennengelernt hat, der kann leicht seine gesamte Energie bündeln, weil er nicht mehr gegen sich kämpft, weil sein ganzer Körper, seine Psyche und seine Seele Freude an dem Streben empfinden. Aber leider gibt es wenig Erfolgstrainer, die den Weg zur individuellen Bestimmung weisen. Darin ist jeder Mensch weitgehend auf sich selber gestellt.

Das Gebet

Im Prinzip geht es beim Beten zunächst ähnlich zu. Aber durch das Zwiegespräch zum Beispiel mit einem christlichen "guten" Gott (egal, ob dieser existiert und zuhört, oder ob es eine Phantasie wäre) stellen wir diese Wünsche in einen größeren Zusammenhang und in Verbindung mit seelischer Gesundheit, weil das bildhafte Wort "Gott" mit einer weitergehenden Bestimmung unserer Person in Verbindung gebracht wird, als die Idee vom "oberflächlichen" Erfolg. Dadurch werden Ziele automatisch auf deren tiefere Bedeutung hinterfragt. Eine Übereinstimmung mit den Bedürfnissen, die aus unserem Kern der Persönlichkeit entspringen, somit wahrscheinlicher.
Ein ganz einfaches Gebet, welches ich des öfteren ausspreche lautet:
"Hallo, Seele des Universums" oder "Hallo, Gott, mein Schöpfer"
Durch dieses Gebet erinnere ich ganz einfach daran, dass ich ein kleiner Teil des gesamten Universums bin und dass mich die Macht des Universums in jedem Moment umgibt und trägt. So finde ich alleine durch diese Erinnerung intuitiv Zugang zu einer Kraft, die über alle Einschränkungen des Alltags erhaben ist. Ich wende mich durch dieses einfache Gebet gleichzeitig der gesamten Welt freundlich zu.

Die Meditation

Aus dem bisher gesagten folgt, dass die Größte Barriere auf dem "Weg zum Erfolg" nicht in den Grenzen unserer Macht liegt, sondern im mangelnden Verständnis unserer tiefsten Wünsche. Wie soll ein Mensch denn zum Glück finden, wenn er nicht weiß, was er im innersten will, wenn er seine Seele nicht verstehen kann?

Meditation ist eine Methode, den "Lärm", der die Stimme unserer Seele übertönt, beiseite zu schieben. Beten ist eine Form der Meditation. Die buddhistische Meditation eine andere. Sie spricht nicht einen Gott an, sondern konzentriert sich alleine darauf, den "Lärm" "abzuschalten". Das Ziel ist Leere, die das Buddhistentum als absolutes Lebensziel betrachtet. Mir liegt es am nächsten, die Meditation zu nutzen, um zu meinem Kern zu finden. Dazu nutze ich gerne eine Meditation, die ich auch unter Meditation beschrieben habe. Experimente wie "Astralreisen" oder Autosuggestion meine ich damit explizit nicht. Sie sind vermutlich weniger hilfreich, um im Bewusstsein zum Kern der eigenen Person vorzudringen.

Der "Erfolg" dessen, der seine Bedürfnisse kennt:
Während die "Jünger" der Motivationsgurus Gefahr laufen, gegen sich selber zu kämpfen (teilweise mit "Erfolg"), gewinnt derjenige, der seine Ziele kennt, eine unbändige Stärke, wenn er sie bewusst verfolgt. Alle inneren Kräfte sind gleichgerichtet.

Allgemeingültige Ziele oder Werte

Leider haben nur wenige Menschen (auch ich nicht) bislang in einer Weise mit Ihrer Seele kommuniziert, die ihnen Sicherheit über ihre Ziele gibt. Daher seien zuletzt noch Mutmaßungen über allgemeingültige Werte ausgesprochen: Christus hat gesagt: "Was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan" Das könnte in selber Weise auch für unsere Seele gelten. Nicht selten ist zu beobachten, dass Menschen, die sehr hart zu anderen sind, dies auch zu sich selber sind. Vermutlich ist Rücksichtslosigkeit auf Kosten anderer nicht alleine zum Schaden anderer, sondern auch zum Schaden der eigenen Seele.
Liebe, Freiheit, Respekt gegenüber anderen Wesen und der Schöpfung, Gesundheit und Leben hingegen könnten allgemein Werte sein, die auch seelischen Bedürfnissen entsprechen. Diese Aussage möge allerdings als "Glaubensfrage" ohne Anspruch auf Gewissheit betrachtet werden.

Anleitung zu einer einfachen Meditation

Legen Sie sich auf eine nicht zu weiche Matratze auf den Rücken ohne Kopfkissen. Die Beine sollten ach Möglichkeit nicht durchgestreckt sein. Ein Kissen unter den Knien schafft eine entspannte Lage. Die Arme liegen an der Seite oder sind auf dem Bauch knapp unterhalb des Nabels gefaltet. Beobachten Sie, an welchen Stellen die Wirbelsäule am schwersten auf der Matratze liegt. Versuchen Sie durch sanfte Kraft die Wirbelsäule an den Stellen, an denen sie am höchsten liegt, zur Matratze zu drücken. Dabei können Sie die Muskeln am Gesäß anspannen und die Muskeln an den Schulterblättern, wodurch sich die Brust ein wenig erhebt. Dies entspräche einer Aufrechten Haltung, bei der Energie am Besten durch den Körper strömen kann. Vielleicht fühlen Sie es. Lassen Sie die leichte Anspannung langsam wieder los.
Wenn Sie jetzt angenehm und locker liegen, fragen Sie im Folgenden der Reihe nach den Ganzen Körper, wie er sich fühlt. Sind irgendwo Verspannungen, ein lokaler Schmerz, ein Drücken, eine Bedrückung, eine Spannung (Zuckungen sind erlaubt, wenn sie sich von selbst ergeben)? Von unten nach oben gehen Sie gedanklich alle Regionen des Körpers durch: Zehen, Füße, Waden, Knie, Oberschenkel, Wirbelsäule, Becken, Bauch, Zwerchfell, Brust, Oberarme, Unterarme, Hände, Hals Kopf, Gesicht und weitere Körperteile, wenn Sie diese wahrnehmen. Atmen Sie tief in den Bauch? Ganz besonders tief und ruhig oder flach und eng?
Jetzt haben Sie einen vagen, aber besseren Eindruck davon, in welcher Verfassung Sie sich gerade befinden.
Versuchen Sie nun das Denken aufzuhören, für einige Minuten. Wenn Sie darin keine Erfahrung haben wird es Ihnen so einfach nicht gelingen (mir gelingt es auch nicht immer so recht). Versuchen Sie es dennoch immer wieder: Wenn Sie Gedanken wahrnehmen sagen Sie: "Hallo Gedanke und auf Wiedersehen Gedanke". Bis der Nächste kommt. Vielleicht hören Sie ein Geräusch, welches Sie beschäftigt. Sie können dann versuchen das Geräusch in meinem inneren zu spüren, wenn es kein schlechtes Geräusch ist; "ich bin das Geräusch". Sie können wahrzunehmen, wie oder wo Sie in dem gesamten Raum liegen, der Sie umgibt. Sie können sich den Raum vorstellen. Oder Sie bleiben mit Ihrer Aufmerksamkeit weiterhin einfach bei der Wahrnehmung Ihres gesamten Körpers.
Diese Übung kann das loslassen vom Denken erleichtern und Sie gibt Ihnen ein Bewusstsein für sich selber, etwas weiter los gelöst von den Spannungen, unter denen Sie sonst stehen. Was sonst wo wichtig und dringend zu sein scheint und was Sie davon abhält, sich selber zu spüren, dringt etwas in den Hintergrund.
Nach kurzer Zeit (am Anfang sind fünf Minuten schon viel) zieht es Sie wieder zurück und sie ruhen sich noch ein Weilchen aus und entspannen sich.

Diese einfache Meditation führt am Abend zu besserem Schlaf, am nächsten Tag zu mehr Ausgeglichenheit und sie schafft mehr Abstand zu den Dingen, die sonst sooo wichtig erscheinen. Sie schafft eine Verbindung zu Ihrer Mitte, zum Leben und wenn Sie so wollen, eine gewisse Nähe zu der "Seele des Universums" oder ein Bewusstsein dafür, ein kleiner Teil des Universums zu sein. Sie können dies ohne es direkt zu sagen, auch zum Thema der "Reise" machen oder / und im Anschluss an eine derartige Mediation zur "Seele des Universums" beten.

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Veröffentlichung am: 24.06.2014
Letzte Änderung: 24.06.2014
Ulrich Sommer